Gewässerzustandskarten

Seit 2007 wird der Gewässerzustand im Einzugsgebiet der Ruhr vor dem Hintergrund der kooperativen Mitwirkung des Ruhrverbands beim operativen Gewässermonitoring gemäß Europäischer Wasserrahmenrichtlinie (EG-WRRL) in Form von ökologischen Gewässerzustandskarten dargestellt. Als Datenquellen dienen die Untersuchungsergebnisse aus dem vom Ruhrverband und vom LANUV NRW gemeinsam durchgeführten Gewässermonitoring. Daneben werden Daten berücksichtigt, die im Rahmen der „Integralen Entwässerungsplanung“ (IEP) beim Ruhrverband erhoben werden.Eine Komponente zur Beschreibung des Gewässerzustands stellt das Makrozoobenthos dar. Diese im fließenden Wasser oder auf dem Gewässergrund lebenden Insektenlarven, Strudelwürmer, Krebstiere, Muscheln und Schnecken, spielen im Ökosystem eines Fließgewässers eine bedeutende Rolle. Das Auftreten oder Fehlen bestimmter Arten sowie die Zusammensetzung der Makrozoobenthoszönose ermöglichen Aussagen zur saprobiologischen Wasserqualität, zum strukturellen Zustand oder zum Versauerungszustand eines Fließgewässers. So zeigt das Makrozoobenthos neben der organischen Belastung (Saprobie) insbesondere auch die Allgemeine Degradation an. Letztere gibt im Wesentlichen den strukturellen morphologischen Zustand eines Gewässers an, der sich in Veränderungen von besiedelbaren Habitaten widerspiegelt. Ebenso können über die Allgemeine Degradation definitionsgemäß auch Nutzungseinflüsse im Einzugsgebiet oder der Eintrag von Schadstoffen angezeigt werden.

Download: Gewässerzustand - Saprobie Ökologischer Gewässerzustand im Ruhreinzugsgebiet - Makrozoobenthos (Modul Saprobie), 2010-2015. Rund 95 Prozent der Probenahmestellen weisen einen "guten" oder "sehr guten" saprobiologischen Zustand, also eine geringe bis sehr geringe organische Belastung auf. 

Download: Gewässerzustand - Allgemeine Degradation 
Ökologischer Gewässerzustand im Ruhreinzugsgebiet - Makrozoobenthos (Modul Allgemeine Degradation), 2010-2015. Rund 47 Prozent aller untersuchten Probenahmestellen zeigen hinsichtlich der Allgemeinen Degradation einen "guten" bzw. "sehr guten" Zustand. Ursache für den "mäßigen", "unbefriedigenden" und in Einzelfällen auch "schlechten" Zustand an den restlichen Probenahmestellen sind vielfach die nutzungsbedingt veränderten Gewässerstrukturen.

Mehr zum Gewässerzustand der Ruhr im aktuellen Ruhrgütebericht.