Ergebnisse der Abwasserreinigung 2015

Der Ruhrverband betreibt im Verbandsgebiet 66 Kläranlagen, um die anfallenden Haushalts- und Industrieabwässer unter Einhaltung der gesetzlichen Regelungen und Grenzwerte zu behandeln und dem natürlichen Wasserkreislauf zurückzugeben. Unter Berücksichtigung wirtschaftlicher Aspekte werden die Qualität des gereinigten Abwassers stets weiter verbessert und der notwendige Einsatz an Energie, Hilfs- und Betriebsstoffen optimiert.

Die Auswirkungen der Einleitungen aus den Kläranlagen des Ruhrverbands werden ausführlich im Ruhrgütebericht dargestellt. Grundlage bilden die Betriebsergebnisse aller Kläranlagen, die zusammengefasst und entsprechend ihrer Ausbaugröße gewichtet werden. Gemäß den Vorgaben der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. (DWA) kann danach die Belastung der Ruhr aus den Einleitungen der Kläranlagen als „sehr gering“ bezeichnet werden.

Die Leistung aller Kläranlagen zeigen die erreichten Ablaufkonzentrationen und die erzielten Abbauleistungen, die in folgender Tabelle in Form von mittleren Konzentrationen und Gesamtfrachten verschiedener Kenngrößen im Zulauf und Ablauf der Ruhrverbandsanlagen wiedergegeben sind.

 

ZulaufAblauf
Biochemischer Sauerstoffbedarf100,0 mg/l3,9 mg/l
Chemischer Sauerstoffbedarf269,3 mg/l19,9 mg/l
Ammonium-Stickstoff0,81 mg/l
Anorganischer Stickstoff6,12 mg/l
Gesamtstickstoff26,0 mg/l7,03 mg/l
Gesamtphosphor4,09 mg/l0,19 mg/l

 

 

ZulaufAblauf
Gesamtfracht Chemischer Sauerstoffbedarf98,97 Mio. kg7,32 Mio. kg
Gesamtfracht Gesamtstickstoff9,54 Mio. kg2,58 Mio. kg
Gesamtfracht Gesamtphosphor1,50 Mio. kg0,19 Mio. kg

 

Ein hoher Einflussfaktor auf die Betriebsergebnisse stellt das mitbehandelte Fremdwasser dar. Dieses in die Kanalisation eingeleitete bzw. eindringende Regen- und Grundwasser verdünnt erheblich das Abwasser und führt zu einer Leistungsminderung. Ein Indiz für den hohen Fremdwasseranteil ist die relativ geringe mittlere Zulaufkonzentration beim Chemischen Sauerstoffbedarf. Vergleichswerte aus anderen Bundesländern liegen 50 % bis 100 % über diesem Wert. Dementsprechend liegt der spezifische Abwasseranfall im Ruhreinzugsgebiet mit rd. 165 m³ je Einwohner und Jahr um fast 100% über dem bundesweiten Wert. Durch die Abwasserreinigung entstehen zwangsläufig Reststoffe in Form von Rechengut, Sandfanggut und Klärschlamm. Ziel unterschiedlicher Maßnahmen ist es, die Reststoffe in ihrer Menge zu minimieren und möglichst einer Verwertung zuzuführen bzw. schadlos zu beseitigen – dies auch unter besonderer Beachtung wirtschaftlicher Gesichtspunkte. Die entsorgten Massen sind im Detail der folgenden Tabelle zu entnehmen.

 

Klärschlamm gesamt37.485 t TR
Rechengutmenge4.878 t
Sandfanggutmenge3.263 t