Baden in der Ruhr – nach mehr als 40 Jahren wieder möglich!

Die Ruhr ist in den letzten Jahrzehnten immer sauberer geworden. Die stetig zurückgehende Konzentration organischer Substanzen, der Nährstoffe Stickstoff und Phosphor und die verbesserte hygienische Situation haben die Grundlage dafür geschaffen, dass im Mai 2017 nach über 40 Jahren wieder eine Badestelle am Baldeneysee eröffnet werden konnte.

Eine Voraussetzung für das Baden in der Ruhr ist das im Forschungsprojekt „Sichere Ruhr“ erarbeitete Frühwarnsystem für kurzzeitige hygienische Verschmutzungen, das anhand der aktuellen Messungen weiter entwickelt und kalibriert wurde. Mit ihm können Schwankungen der Wasserqualität anhand von Regenereignissen sowie Pegeldaten der Ruhr vorhergesagt und tagesaktuelle Aussagen zur Badewasserqualität getroffen werden. Auf deren Basis kann die Badestelle vom Betreiber geöffnet oder geschlossen werden. In der ersten Badesaison 2017 war das Baden gemäß Frühwarnsystem an 47 Tagen erlaubt.

Das Frühwarnsystem lässt sich grundsätzlich auf andere Bereiche der Ruhr übertragen. Allerdings kann die hygienische Qualität des Ruhrwassers aufgrund der örtlichen Gegebenheiten schwanken, daher müssten Betreiber potentieller Badestellen vorab zur Anpassung des Frühwarnsystems in mindestens zwei Badesaisons regelmäßige Messungen veranlassen. Weitere Hinweise zur Zulassung von Flussbadestellen gibt der im Forschungsprojekt „Sichere Ruhr“ erarbeitete „Leitfaden Flussbaden“. Als eine von 14 Institutionen beteiligt sich der Ruhrverband am vom Bundesministerium für Bildung und Forschung initiierten Projekts "Flusshygiene". Übergeordnetes Ziel ist es, durch ein besseres Verständnis über den Eintrag und die Dynamik hygienischer Belastungen sowohl die nötigen Entscheidungsgrundlagen als auch die Instrumente zu schaffen, die es ermöglichen, multifunktionale Fließgewässer so zu bewirtschaften, dass ohne Einschränkung anderer Funktionen ein höchstmöglicher Gesundheitsschutz der Bevölkerung gewährleistet werden kann.