Tag der offenen Tür Kläranlage Menden
Samstag, den 06. Juni 2009
von 10:00 bis 17:00 Uhr
auf die Kläranlage Menden, Heidestraße 162, 58708 Menden ein.
Das diesjährige Motto des "Tages der Umwelt" lautet:
"Umweltschutz - für unsere Gesundheit"
Die Lebenserwartung stieg in den industrialisierten Ländern von 1900 bis 2000 um 35. Lebensjahre. Gemäß einer amerikanischen Studie von Professor Koplan beruhen fünf Lebensjahre auf den Fortschritt der kurativen Medizin (Behandlung von Krankheiten) und 30 Jahre auf Maßnahmen zur Verbesserung der Hygiene. Hier sind u. a. die zentrale Trink- und Abwasserentsorgung, die Luftreinhaltung und die verbesserte Krankenhaushygiene als Gründe angeführt.
Diese Zahlen verdeutlichen, wie wichtig Umwelt- und Gewässerschutz für unsere Gesundheit sind. Der Ruhrverband setzt sich dafür ein, diesen hohen Standard zu bewahren und wo es möglich ist auszubauen, um letztlich auch unseren Kindern intakte Gewässer zu überlassen.
Diese Aufgabe setzt auch voraus, dass sich die Bevölkerung umweltbewusst verhält. Hierzu möchten wir im Rahmen eines Tages der offenen Tür auf der Kläranlage Menden die Bürgerinnen und Bürger motivieren. Am Tag der offenen Tür besteht die Möglichkeit die Kläranlage unter sachkundiger Führung zu besichtigen. Dazu werden zu jeder vollen Stunde Führungen über die Anlage angeboten.
Unabhängig von den Führungen werden im Labor der Kläranlage Informationen zur Abwasserreinigung angeboten. Im Betriebsgebäude besteht die Möglichkeit sich in einem Video über den Ruhrverband und in einer Diashow über den Bau der Kläranlage zu informieren. Für Schulkinder besteht an diesem Tag im Rahmen eines Quiz die Möglichkeit der "Ausbildung" zum "Junior-Klärwärter".
Wir würden es sehr begrüßen, wenn Sie Ihre Leser bzw. Hörer und Zuschauer über diesen Termin informieren könnten. Als Pressevertreter sind Sie natürlich am 6. Juni 2009 herzlich willkommen.
Informationen zur Kläranlage
Die in den 50er-Jahren errichtete und den wachsenden Anforderungen mehrfach angepasste Kläranlage wurde am vorhandenen Standort für rd. 31 Mio. €. durch einen kompletten Neubau ersetzt und am 19. November 2007 eingeweiht. Die zu den größeren Kläranlagen an der Ruhr gehörende neue Anlage ist nach modernsten Gesichtspunkten konzipiert und wesentlich leistungsfähiger als die alte Kläranlage - insbesondere im Hinblick auf die Nährstoffelimination. Durch den Neubau wurde ein besonders wirksamer Beitrag zum Gewässerschutz und für die unterhalb liegenden Trinkwassergewinnung geleistet.
Die Abwässer der Städte Menden und Fröndenberg sowie in kleinerem Umfang von der Stadt Arnsberg werden der neuen Kläranlage mit einem Einzugsgebiet von 2.900 ha zugeführt.
Die Kläranlage erstreckt sich auf einem Areal von 5,4 ha und reinigt das Abwasser von rund 80.000 Bürgern nach modernsten Gesichtspunkten. Darüber hinaus werden noch weitere Kapazitäten für Industrie und Gewerbe vorgehalten. Die Gesamtgröße der Kläranlage entspricht somit einer Reinigungskapazität von 105.000 Einwohnern. Der Trockenwetterzufluss zur Kläranlage erreicht in der Tagesspitze 540 l/s. Die mittlere der Kläranlage zufließende Tageswassermenge beträgt an Trockenwettertagen rd. 30.000 m³. Bei Regenwetter steigt der Zufluss bis auf 1.200 l/s an. Darüber hinausgehende Wassermengen werden in den 22 Niederschlagswasserbehandlungsanlagen innerhalb des Kanalnetzes zwischengespeichert.
Im Zulaufbereich wird das Abwasser aus dem Einzugsgebiet Menden durch zwei Schneckenpumpen gehoben. Von der auf der gegenüber liegenden Ruhrseite gelegenen Stadt Fröndenberg wird das Abwasser mittels eines separaten Pumpwerks zur Kläranlage gefördert. Anschließend durchfließt es die mechanische Reinigungsstufe, die aus Rechen, Sandfang und Vorklärung besteht. Diese Bauteile sind zur Vermeidung jeglicher Geruchsentwicklung vollständig gekapselt. Die Abluft wird über einen entsprechenden Filter geführt und gereinigt. Danach erfolgt die Reinigung in der biologischen Abwasserbehandlungsstufe, die aus drei Belebungsbecken und zwei Nachklärbecken mit einem Gesamtvolumen von 34.000 m³ besteht. In den Belebungsbecken werden die organische Verschmutzung sowie die Nährstoffe Stickstoff und Phosphor mikrobiologisch durch den Belebtschlamm eliminiert. Zur weitergehenden Entfernung von Phosphor wurde zusätzlich eine 3. Reinigungsstufe installiert. In der Nachklärung erfolgt die Trennung des Belebtschlammes vom Klärüberlauf. Als letzte Reinigungsstufe sind dem technischen Anlagenteil drei Schönungsteiche mit einem Gesamtvolumen von 15.000 m³ nachgeschaltet. Sie sind besonders landschaftsgerecht gestaltet und entwickeln sich erfahrungsgemäß zu einem wertvollen Biotop für Pflanzen und Vögel. Insgesamt wird das Abwasser somit einem Reinigungsprozess von nahezu 42 Stunden unterzogen. Der bei der Abwasserreinigung anfallende Klärschlamm wird im Faulbehälter ausgefault und anschließend über eine Zentrifuge entwässert. Der Abtransport zur thermischen Verwertung erfolgt per LKW mittels Sattelauflieger oder Container. Das anfallende Klärgas wird umweltschonend zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt.