Spatenstich für Pumpwerk und Stauraumkanal Westfalenstraße
Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß und der Vorstandsvorsitzende des Ruhrverbands, Prof. Harro Bode, haben am 12. November den ersten Spatenstich für das neue Pumpwerk und den Stauraumkanal Westfalenstraße in Essen-Steele vorgenommen.
Das Projekt, das die Neuordnung der Niederschlagswasserbehandlung und Abwasserfortleitung in Essen-Steele abschließt, ist mit einem Investitionsvolumen von mehr als 14 Millionen Euro eines der größten Infrastrukturprojekte, die es in letzter Zeit auf Essener Stadgebiet gegeben hat. Zum Vergleich: Die gerade einmal doppelt so hohe Investitionssumme für das neue Stadion von Rot-Weiß Essen, nämlich rund 30 Millionen Euro, war monatelang Gegenstand hitziger Debatten gewesen.
Oberbürgermeister Reinhard Paß hob neben der zukunftsweisenden Investition des Ruhrverbandes auch die herausragende Bedeutung für Freizeit und Wohnumfeld hervor: "Damit schaffen wir im Rahmen unseres Handlungsprogramms "ESSEN. Neue Wege zum Wasser" neuen Raum für Freizeitgestaltung und Naherholung."
Nach dem Motto "Schutz des Wassers vor dem Menschen, Schutz des Wassers für den Menschen, Schutz des Menschen vor dem Wasser" unterstrich Prof. Harro Bode die Bedeutung des Vorhabens: "Das große Rückhaltevolumen des Stauraumkanals schützt das Ruhrwasser vor schädlichen Einleitungen durch den Menschen und damit auch die Rohwasserentnahme des Wasserwerks Überruhr für den Menschen. Das neue Regenwasserpumpwerk wird die Menschen in den tief liegenden Gebieten des Ortsteils Steele noch effektiver vor Überschwemmungen bewahren."
Herzstück der Baumaßnahmen ist ein 1,2 Kilometer langer Stauraumkanal vom Pumpwerk Grendbach am Pläßweidenweg durch das Ruhrvorland bis zum bereits vorhandenen Stauraumkanal am Steeler Freibad. Nach der Fertigstellung werden die beiden kombinierten Schmutz-/Regenwasserpumpwerke Grendbach und Westfalenstraße, die aus den Jahren 1928 bzw. 1937 stammen, außer Dienst gestellt. Das im Jahr 2004 auf dem Gelände der ehemaligen Steeler Kläranlage errichtete Pumpwerk befördert das Schmutzwasser zur Kläranlage Essen-Süd. Für das Regenwasser wird in der ehemaligen Kleingartenanlage an der Westfalenstraße ein neues Pumpwerk mit einer installierten Pumpleistung von 5.400 Litern pro Sekunde gebaut. Dieses Regenwasserpumpwerk ist notwendig, da das Einzugsgebiet aufgrund von Bergsenkungen keine natürliche Vorflut zur Ruhr besitzt.
Die Beeinträchtigungen durch die Bauarbeiten werden sich in Grenzen halten, da der Kanal hauptsächlich im bergmännischen Vortrieb erstellt wird und großteils durch die Grünanlage entlang der Ruhr führt. Der Fußweg an der Ruhr wird von den Arbeiten voraussichtlich gar nicht, der Radweg nur zeitweise betroffen sein.
Aufgrund der exponierten Lage direkt an der Ruhr wird sowohl während der Baumaßnahme als auch nach Abschluss der Arbeiten besonderes Augenmerk auf landschaftspflegerische Aspekte gelegt. Parallel zu den Planungen des Ruhrverbands entwickelte die Stadt Essen unter dem Projektnamen „Ruhrpromenade Steele“ Konzepte zur Aufwertung des Uferbereichs, an deren Ausgestaltung die politischen Gremien vor Ort, die Steeler Bürgerschaft und weitere Vereine regen Anteil nahmen. Um entsprechende Synergien möglichst optimal nutzen zu können, haben Ruhrverband und Stadt Essen ihre Planungen sowohl terminlich als auch inhaltlich eng miteinander abgestimmt. Die Arbeiten am Stauraumkanal und Pumpwerk sowie an der neuen Ruhrpromenade sollen in rund drei Jahren beendet sein.