Ruhrverband schickt „Molch“ auf Reisen

Saubere Sache: Schlammdruckleitung zwischen Essen-Kettwig und Essen-Bergerhausen

Alle zwei Wochen geht in Essen ein Molch auf Reisen. Er nimmt immer den gleichen Weg, von Kettwig nach Bergerhausen. Und er reist immer unterirdisch. Dieser so genannte Molch ist nämlich ein spezielles Rohrreinigungsgerät, mit dem der Ruhrverband seine in diesem Jahr in Betrieb genommene Schlammdruckleitung von der Kläranlage Kettwig zur Klärschlammbehandlungsanlage (KSB) Langenbrahm im St. Annental säubert.
„Die Leitung hat einen Durchmesser von lediglich 15 Zentimetern“, erklärt Christian Lux, Regionalbereichsleiter beim Ruhrverband. „Damit sie nicht verstopft, kommt der Molch zum Einsatz. Er hat die Form eines Zylinders und füllt den Leitungsquerschnitt vollständig aus. Dadurch kann er Ablagerungen von der Rohrwand entfernen und den überschüssigen Schlamm zum Leitungsende mitnehmen.“
Aus dem Klärschlamm, der auf der Kläranlage Kettwig als Reststoff anfällt, wird in der KSB Langenbrahm Biogas gewonnen, das zur umweltfreundlichen Stromerzeugung in Blockheizkraftwerken dient. Der Bau der Leitung hatte in den vergangenen Jahren für starkes öffentliches Interesse gesorgt, da der Leitungsweg zwischen Kettwig und Werden unter dem Leinpfad und anschließend am südlichen Ufer des Baldeneysees verläuft. Bis zur Inbetriebnahme der Leitung erfolgte der Schlammtransport übrigens mit LKW. Jetzt bleiben den Menschen und der Umwelt im Essener Süden jährlich rund 1.250 LKW-Fahrten erspart.

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