Ruhrverband rettet 29,7 Millionen Euro Gewinn aus US-Lease-Geschäften
er Vorstand des Ruhrverbands äußerte sich in einem Brief an die Delegierten der Verbandsversammlung zufrieden über das erzielte Verhandlungsergebnis zur Umstrukturierung der US-Lease-Verträge: "Vor dem Hintergrund der angespannten Lage auf den Weltfinanzmärkten konnte ein gutes Ergebnis erzielt werden. Knapp 60 Prozent der bisher erzielten Gewinne wurden dabei erhalten".
Zum Hintergrund: Der Ruhrverband hat im Jahr 2001 zwei US-Lease-Verträge abgeschlossen. Nach Realisierung des Gewinns aus den US-Geschäften wurden die eingegangenen Mittel einer Rücklage zugeführt und damit Zinsen erwirtschaftet. Der verzinste Gewinn stand daher real zur Verfügung, als es nun durch die weltweite Finanzkrise zu einem unvorhersehbaren Bonitätsverfall des garantiegebenden US-Finanzinstituts kam. Daher mussten beide Verträge des Ruhrverbands, wie viele andere US-Lease-Verträge auch, neu abgesichert werden. Die Kosten für die notwendigen Umstrukturierungen der US-Verträge sollen den oben genannten Rücklagen entnommen werden. Da sie geringer sind als der verzinste ursprünglich erzielte Gewinn, entsteht kein Verlust und es gibt deshalb keine Konsequenzen für die Beiträge und die Beitragsentwicklung des Ruhrverbands.
Einer der Verträge wurde bereits im Oktober (siehe unsere Pressemitteilung vom 21.10.2008) erfolgreich angepasst und stellt sich auch weiterhin mit einem verbliebenen Ertrag von 2,7 Millionen Euro positiv dar. Die Anpassung des zweiten, vom Volumen her größeren US-Lease-Vertrags konnte in der letzten Woche endverhandelt werden. Nach Abzug aller Umstrukturierungskosten verbleibt auch hier ein positiver Ertrag, der sich auf 27 Millionen Euro beläuft. Die Erträge aus den US-Lease-Verträgen sollen auch weiterhin in einer Rücklage verbleiben und erst nach Vertragsbeendigung erfolgswirksam eingesetzt werden.
Die neue Absicherung der US-Lease-Verträge ist durch US-Treasuries (US-Schatzbriefe) erfolgt, die keiner Bonitätsbewertung unterliegen. Damit ist künftig bei den US-Lease-Verträgen des Ruhrverbands kein potentiell durch Bonitätsverfall gefährdeter amerikanischer Finanzdienstleister als Garantiegeber mehr zwischengeschaltet. Die jetzt einmalig in Kauf genommenen Umstrukturierungskosten müssen auch an diesem erzielten Sicherheitsgewinn gemessen werden.
Info zum Ruhrverband
Der Ruhrverband ist ein öffentlich-rechtliches Non-Profit-Wasserwirtschaftsunternehmen und dem Allgemeinwohl verpflichtet. Sowohl beim Betrieb seiner Talsperren, die die Wasserversorgung von 5 Millionen Menschen sicherstellen, als auch bei der Abwasserreinigung für 60 Städte und Gemeinden im Einzugsgebiet von Ruhr und Lenne stehen Mensch und Umwelt im Zentrum seines Handelns, ohne dabei das Gebot der Wirtschaftlichkeit zu vernachlässigen. Beispielsweise erfüllen die Kläranlagen des Ruhrverbands alle zu 100% die neuesten gesetzlichen Vorgaben und haben im Mittel bessere Ablaufwerte als der nordrhein-westfälische und bundesdeutsche Durchschnitt und dabei sind die Abwasserentsorgungskosten im Ruhreinzugsgebiet sogar noch etwas geringer als im NRW-Durchschnitt.