Ruhrverband hat das Kapitel "Kyrill" abgeschlossen
Zweieinhalb Jahre ist es her, dass Orkan Kyrill mit Böen von bis 225 Stundenkilometern über Mitteleuropa zog und speziell in den Wäldern des Sauer- und Siegerlandes katastrophale Zerstörungen hinterließ. Allein in den Revieren des Ruhrverbands fielen am 18. Januar 2007 innerhalb weniger Stunden rund 165.000 Festmeter Holz an. Vor allem ältere Fichten konnten dem Orkan nicht standhalten.
Zur Aufarbeitung des Sturmholzes brauchte der Ruhrverband rund ein Jahr – dann waren 110.000 Festmeter verkauft und die restlichen 55.000 auf sechs verbandseigenen Nasslagerplätzen zwischengelagert. Auch dieses Holz hat mittlerweile Käufer gefunden. "Für die Anlage der Nasslagerplätze mussten wir verschiedene behördliche Verfahren durchlaufen und auch Flächen anmieten", sagt Uwe Steuer, Leiter des Aufgabenbereichs Forsten und Ökologie beim Ruhrverband. "Die unbürokratische Verfahrensweise der Behörden war dabei eine große Hilfe."
Von den rund 400 Hektar Kahlflächen, die Kyrill in den Wäldern des Ruhrverbands hinterlassen hat, sind rund 250 Hektar wieder aufgeforstet worden. Angepflanzt wurden neben heimischen Straucharten hauptsächlich Eichen und Buchen, die gegenüber Stürmen und Klimaveränderungen resistenter sind als Nadelbäume und auf das von Fichtenmonokulturen dominierte Landschaftsbild des Sauerlandes eine positive Wirkung haben. Da Laubbäume zudem mehr Wasser zurückhalten können, sind sie auch unter dem Aspekt des Wasserschutzes die bessere Wahl.
Auf den restlichen Kahlflächen dürften aufgrund der Höhenlage von mehr als 400 Metern auch Fichten in den kommenden Jahrzehnten noch gute Überlebenschancen haben. Hier setzt der Ruhrverband in erster Linie auf eine natürliche Entwicklung, also die Eigenaussaat durch die angrenzenden Baumbestände.
Da sowohl der Orkan als auch die anschließende Abfuhr der entwurzelten Bäume die Waldwege stark in Mitleidenschaft gezogen haben, mussten insgesamt rund 55 Kilometer ruhrverbandseigener Wege instand gesetzt werden. Bei weiteren 30 Kilometern Gemeinschaftswegen hat der Ruhrverband Hilfestellung geleistet, um auch diese Wege so rasch wie möglich wieder für Wanderer nutzbar zu machen und so dem Tourismus in der Region positive Impulse zu geben.
Mitte 2009, also nach fast zweieinhalb Jahren, kann der Ruhrverband das Kapitel "Kyrill" für seine Wälder abschließen. Ob der Orkan Langzeitfolgen wie einen vermehrten Borkenkäferbefall oder eine erhöhte Windanfälligkeit des Waldes nach sich ziehen wird, muss allerdings die Zukunft zeigen.
Info zum Ruhrverband
Der Ruhrverband ist ein öffentlich-rechtliches Non-Profit-Wasserwirtschaftsunternehmen und dem Allgemeinwohl verpflichtet. Sowohl beim Betrieb seiner Talsperren, die die Wasserversorgung von fünf Millionen Menschen sicherstellen, als auch bei der Abwasserreinigung für 60 Städte und Gemeinden im Einzugsgebiet von Ruhr und Lenne stehen Mensch und Umwelt im Zentrum seines Handelns, ohne dabei das Gebot der Wirtschaftlichkeit zu vernachlässigen. Beispielsweise erfüllen die Kläranlagen des Ruhrverbands alle zu 100 Prozent die neuesten gesetzlichen Vorgaben und haben im Mittel bessere Ablaufwerte als der nordrhein-westfälische und bundesdeutsche Durchschnitt. Die Abwasserentsorgungskosten im Ruhreinzugsgebiet sind dabei sogar noch etwas geringer als der NRW-Durchschnitt.