Ruhrverband belüftet auch das Tiefenwasser der Ennepetalsperre

Vorsorgliche Maßnahme soll ausreichenden Sauerstoffgehalt für Fische sicherstellen

Der Ruhrverband beginnt ab sofort mit der vorsorglichen Belüftung des Tiefenwassers der Ennepetalsperre. Dabei wird reiner Sauerstoff über zwei jeweils 200 Meter lange, perforierte Leitungen in die tiefste und kälteste Wasserschicht der Talsperre, das sogenannte Hypolimnion, eingebracht. Ziel der Maßnahme ist es, den Sauerstoffgehalt in der Tiefe zu erhöhen und damit einem möglichen Fischsterben vorzubeugen. Seit Ende August wird bereits das Tiefenwasser der Möhnetalsperre belüftet.

Die engmaschigen Kontrolluntersuchungen des Ruhrverbands zeigen, dass der Sauerstoffgehalt im Tiefenwasser der Ennepetalsperre im weiteren Verlauf des Frühherbstes deutlich absinken kann. Insbesondere in den tieferen Wasserschichten halten sich kälteliebende Fischarten auf, die bei sehr niedrigen Sauerstoffgehalten gefährdet wären. Um dem entgegenzuwirken, wird das Tiefenwasser gezielt mit Sauerstoff angereichert.

Über die Belüftungsleitungen kann dabei eine erhebliche Menge reinen Sauerstoffs direkt in die sauerstoffarme Wasserschicht eingebracht werden. Der Ruhrverband geht derzeit von einer Belüftungsdauer von zwei bis drei Wochen aus.

Entscheidend für die natürliche Erholung des Sauerstoffgehalts im Tiefenwasser sind die jahreszeitlichen Veränderungen. Mit sinkenden Temperaturen, stärkeren Winden und zunehmenden Zuflüssen wird die im Sommer ausgeprägte Temperaturschichtung des Talsperrenwassers nach und nach durchmischt. Dabei kann sich auch der nahezu sauerstofffreie Bereich in der Sprungschicht zwischen dem kalten Tiefenwasser und dem wärmeren Oberflächenwasser auflösen.

Dieser Bereich kann sich unter bestimmten klimatischen Bedingungen durch natürliche sauerstoffzehrende Abbauprozesse abgestorbenen Phyto- und Zooplanktons bilden. Solange die stabile Temperaturschichtung besteht, erschwert er den Austausch zwischen den Wasserschichten und kann dazu führen, dass Fische bei Sauerstoffmangel im Tiefenwasser nicht in sauerstoffreichere Bereiche ausweichen können.

Der Ruhrverband hat die Sauerstoffgehalte in seinen Talsperren kontinuierlich im Blick und führt entsprechende Kontrolluntersuchungen durch. Die Tiefenbelüftung ist eine vorsorgliche Maßnahme und grundsätzlich kein Hinweis auf eine Beeinträchtigung der Wasserqualität. Talsperren können insbesondere nach langen warmen und niederschlagsarmen Wetterphasen eine ausgeprägte Sauerstoffzehrung im Tiefenwasser entwickeln. Durch die gezielte Sauerstoffzufuhr lässt sich der für die dort lebenden Organismen wichtige Sauerstoffgehalt stabilisieren und einem möglichen Fischsterben entgegenwirken.

An der Ennepetalsperre wurde zuletzt 2021 vorsorglich Sauerstoff ins Tiefenwasser eingeblasen und damit ein Fischsterben verhindert.