Neues Wasserkraftwerk am Kemnader See produziert bald sauberen Strom

Startschuss für die Bauarbeiten fällt am Montag, dem 15. Februar

Für die nächsten zwölf Monate bestimmen Baumaschinen das Bild: Am Montag, dem 15. Februar 2010, fällt der Startschuss für den Bau der neuen Wasserkraftanlage am Stauwehr des Kemnader Sees. „Endlich geht es los“, freut sich Bauleiter Andreas Schiffmann vom Ruhrverband. „Nach vielen mühevollen Planungen und Vorbereitungen für dieses wichtige ökologische Projekt rücken nun die Bagger an.“ Das Baufeld befindet sich auf dem Betriebsgelände der Stauanlage und reicht bis zum Unterwasser der Fußgängerbrücke, die deshalb wie angekündigt bis zum Ende der Bauarbeiten aus Sicherheitsgründen gesperrt werden muss. Als Alternative kann die ruhrabwärts gelegene Straßenbrücke bei Haus Kemnade genutzt werden; entsprechende Hinweisschilder hängen an den Parkplätzen rund um den Kemnader See aus. Der Ruhrverband bittet um Verständnis.

Bereits am Donnerstag, dem 11. Februar, werden die ersten Baucontainer aufgestellt, ab Montag wird mit der Umlegung der in der Baugrube vorhandenen Kanäle und Leitungen begonnen. Insgesamt rechnen die Verantwortlichen mit einer Bauzeit von rund zwölf Monaten. In dieser Zeit soll nicht nur das Kraftwerk entstehen, sondern auch eine Fischaufstiegs- und Fischschutzanlage mit separatem Aalabstieg an der rechten Wehrseite. Sie ermöglicht es Wanderfischen, das Stauwehr gefahrlos zu überwinden, und ist damit ein wichtiger Schritt zur Wiederherstellung der Durchgängigkeit des Fließgewässers.

Die Wasserkraftanlage besteht aus einem Einlaufkanal, dem unterirdischen Krafthaus zum Einbau einer Kaplanturbine mit senkrechter Welle und dem daran anschließenden Auslaufbereich. Mit Ausnahme des Auslaufs werden alle Neubauten in das derzeitige Betriebsgelände integriert. Dabei überqueren der Turbineneinlauf und der Fischpass den bestehenden Kontrollgang des Wehrs, bevor das Wasser unter-halb der Fußgängerbrücke wieder in die Ruhr geleitet wird. Die Kosten für die Baumaßnahme werden auf rund 4,5 Millionen Euro geschätzt. Bei einer Ausbauwassermenge von 35 Kubikmetern pro Sekunde und einer Nettofallhöhe von 2,40 Metern wird das Kraftwerk am Kemnader See jährlich rund 3,7 Millionen Kilowattstunden Energie produzieren und damit 1.200 Haushalte versorgen. Pro Jahr werden so mehr als 2.000 Tonnen CO2 eingespart.

Info zum Ruhrverband:
Der Ruhrverband ist ein öffentlich-rechtliches Non-Profit-Wasserwirtschaftsunternehmen und dem Allgemeinwohl verpflichtet. Sowohl beim Betrieb seiner Talsperren, die die Wasserversorgung von fünf Millionen Menschen sicherstellen, als auch bei der Abwasserreinigung für 60 Städte und Gemeinden im Einzugsgebiet von Ruhr und Lenne stehen Mensch und Umwelt im Zentrum seines Handelns, ohne dabei das Gebot der Wirtschaftlichkeit zu vernachlässigen. Beispielsweise erfüllen die Kläranlagen des Ruhrverbands alle zu 100 Prozent die neuesten gesetzlichen Vorgaben und haben im Mittel bessere Ablaufwerte als der nordrhein-westfälische und bundesdeutsche Durchschnitt. Die Abwasserentsorgungskosten im Ruhreinzugsgebiet sind dabei sogar noch etwas geringer als der NRW-Durchschnitt.