Neue Techniken in der Abwasserreinigung

Der Ruhrverband diskutiert heute in der Rohrmeisterei Schwerte im Herzen des Ruhreinzugsgebiets mit 230 Fachleuten aus ganz Deutschland neue Verfahren der Abwasserreinigung.

Anhand von konkreten Beispielen, die sich beim Ruhrverband in detaillierten Entscheidungsprozessen durchgesetzt haben, werden Erfahrungswerte bei Bemessung, Planung, Bau und Betrieb an die Fachwelt weitergegeben und einer kritischen Würdigung unterzogen. So wurde zum Beispiel auf der Kläranlage Hattingen ein neues Verfahren eingesetzt um Stickstoff aus dem Abwasser zu entfernen, auf der Kläranlage Finnentrop wurde eine neuartige Abscheideeinrichtung eingebaut um die Leistungsfähigkeit der Nachklärbecken zu erhöhen und auf den Kläranlagen Arnsberg-Neheim und Arnsberg-Wildshausen werden mit einem neuen Prozess Abwässer aus der Papierindustrie gereinigt. Für den Ruhrverband war es bei dem Einsatz dieser innovativen Prozesse wichtig, dass sie gegenüber herkömmlichen Verfahren bei zumindest gleicher Leistungsfähigkeit wirtschaftlicher sind. Für die praktische Anwendung sind aus Betreibersicht zusätzliche Aspekte wie Flexibilität, Handhabbarkeit und betrieblicher Aufwand wichtig, um richtige Investitionsentscheidungen treffen zu können.

Der Ruhrverband nahm, die zum 31. Dezember 2005 fristgerechte Beendigung des gesetzlich vorgeschriebenen Ausbaus seiner heute 75 Kläranlagen zur Stickstoff- und Phosphorelimination zum Anlass, diesen Innovationsworkshop zu veranstalten. "Es ist uns gelungen, das für dieses Ausbauprogramm angesetzte Investitionsvolumen mehrfach nach unten zu korrigieren, indem wir mit vielfältigen Maßnahmen erhebliche Kostensenkungspotentiale realisiert haben. Die anfänglich erheblichen jährlichen Beitragserhöhungen konnten mittlerweile auf 2,9 % zurückgeführt werden und, was aufgrund der Kostendiskussion leicht vergessen wird, alle fertiggestellten Anlagen funktionieren fehlerfrei. Um dies zu ermöglichen war es erforderlich, neue Wege zu beschreiten und innovative Verfahrenstechniken einzusetzen," erläutert Professor Harro Bode, Vorstandsvorsitzender des Ruhrverbands in seiner Begrüßungsrede.