Möhnetalsperre: Nicht nur die Optik zählt
„Warum wachsen gerade an der Luftseite des mittleren Teils der Mauer der Möhnetalsperre mehr Pflanzen als auf den anderen Mauerbereichen?“, fragen sich etliche Besucher der Möhnetalsperre. Die Antwort darauf ist simpel, denn der in Fließrichtung rechte Teil der Sperrmauer wurde bereits im letzten Jahr gereinigt und saniert. Nun ist turnusgemäß der mittlere Mauerteil dran. Die Arbeiten, die von einer speziell für Ruhrverbandstalsperren entwickelten Befahranlage aus durchgeführt werden, beginnen in den nächsten Tagen und werden voraussichtlich bis in den Herbst hinein andauern. Arbeiten zur Reinigung und Sanierung der sehr rau gestalteten Maueroberfläche werden regelmäßig erforderlich, da Pflanzensamen in Verbindung mit Feuchtigkeit und Nährstoffen (oft Hunde- und Taubenkot von der Mauerkrone!) optimale Wuchsbedingungen vorfinden. Der Wurzeldruck der Pflanzen sprengt zusammen mit Frosteinwirkungen teile der Bruchsteine ab oder löst Fugen aus dem Verbund.
Damit die Schäden in Grenzen gehalten werden können und das Bauwerk auch weiterhin allen sicherheitsrelevanten Ansprüchen genügen kann, wird ca. alle vier Jahre ein Mauerdrittel der luftseitigen Sperrmauerfläche überarbeitet. Nach der Sanierung ist die Oberfläche für ca. ein bis zwei Jahre deutlich heller und in diesem Mauerbereich kann dann der 1943 im Krieg wieder aufgebaute Mauerteil erheblich besser als jetzt erkannt werden. Die Arbeiten werden von Mitarbeitern des Ruhrverbands ausgeführt, die speziell im Umgang mit der Befahranlage und den Sanierungstechniken geschult sind. Zur Beschickung der Baustelle wird es zu Fahrzeugverkehr auf der Sperrmauerkrone kommen. Der Ruhrverband bittet alle Sperrmauerbesucher um Verständnis für mögliche Beeinträchtigungen während der Arbeiten.