Listertalsperre: Ruhrverband startet Tiefenwasserbelüftung
Wie bereits seit Anfang September an der Möhnetalsperre belüftet der Ruhrverband ab dieser Woche auch das Tiefenwasser der Listertalsperre, um einem eventuellen Fischsterben vorzubeugen. Es handelt sich um eine rein vorsorgliche Maßnahme, die in den vergangenen Jahren erfolgreich an verschiedenen Talsperren des Ruhrverbands ergriffen wurde.
Die mobile Sauerstoffanreicherungsanlage wird am morgigen Mittwoch, dem 1. Oktober, auf dem kleinen Parkplatz neben der Listerstaumauer aufgestellt. Für die Dauer der Belüftung, voraussichtlich einige Wochen, wird dieser Parkplatz daher für den Besucherverkehr gesperrt. Der größere Parkplatz direkt an der Listertalstraße kann während der Maßnahme weiterhin genutzt werden, allerdings kommt es hier am morgigen Mittwoch zu einer temporären Sperrung, da die Fläche für den Aufbau und die Betankung der Sauerstoffanlage benötigt wird.
Sobald die Sauerstoffanreicherungsanlage installiert ist, gilt in dem gesamten Bereich rund um die Anlage ein Angelverbot. Ein Festmachen von Booten an Markierungsbojen oder Anlagenteilen ist grundsätzlich untersagt.
Nicht im Zusammenhang mit der Tiefenbelüftung steht eine weitere Wegesperrung, die aktuell an der Listertalsperre in Kraft ist. Am Listerrandweg zwischen Staumauer und Kalberschnacke finden Instandsetzungsarbeiten am Asphalt statt. Die Arbeiten werden voraussichtlich Anfang kommender Woche abgeschlossen sein, dann kann der Randweg wieder für den Freizeitverkehr freigegeben werden.
Zum Hintergrund: Warum Sauerstoff fehlt
Zwischen Frühjahr und Herbst bilden sich im Stausee stabile Temperaturschichten: am Gewässergrund kaltes (schweres) Wasser, an der Oberfläche durch sommerliche Temperaturen und Sonneneinstrahlung erwärmtes (also leichteres) Wasser dazwischen eine sogenannte Sprungschicht. In der Sprungschicht verbrauchen Abbauprozesse von abgestorbenem Phyto- und Zooplankton viel Sauerstoff. Es entsteht ein fast sauerstofffreier „Riegel“, der die kälteliebenden Fischarten am Seegrund einschließt. Sinkt der Sauerstoffgehalt dort unter drei Milligramm pro Liter, besteht Gefahr für die Fischbestände.
Um dies zu verhindern, überwachen der Talsperrenbetrieb, das Kooperationslabor und das Fischereimanagement des Ruhrverbands die Werte ab Ende des Sommers engmaschig. Durch gezielte Belüftung konnte so in den vergangenen Jahren Fischsterben erfolgreich vermieden werden. Die stabile Temperaturschichtung löst sich durch stärkere Herbstwinde, kühlere Lufttemperaturen und erhöhte Zuflüsse zur Talsperre von selbst auf. Die gemessenen niedrigen Sauerstoffwerte sind ein natürliches Phänomen und stehen nicht im Zusammenhang mit der Wasserqualität. Diese ist in allen anderen Talsperren des Ruhrverbands weiterhin auf hohem Niveau