Konsolidierung der Ruhrverbands-Finanzen schreitet voran
Die Delegierten vertreten die Interessen der knapp 550 Mitglieder des Ruhrverbands. Sie nehmen auf der jährlich stattfindenden Verbandsversammlung den Jahresabschluss ab und beraten aktuelle Fragen zur Entwicklung der Ruhrwasserwirtschaft sowie den Wirtschaftsplan des Unternehmens für das nächste Jahr. Der Ruhrverband verantwortet mit seinen Talsperren im Sauerland, seinen Seen an der Ruhr und den über 70 Kläranlagen von Winterberg bis Duisburg die Wasserwirtschaft im gesamten Ruhreinzugsgebiet.
Professor Harro Bode, Vorstandsvorsitzender des Ruhrverbands, formulierte zu Beginn seines Jahresberichtes die Strategie des Unternehmens: "Unsere grundsätzliche Philosophie ist es, unseren gesetzlichen Auftrag im Sinne unserer Mitglieder so wirtschaftlich wie möglich zu erfüllen. Der Ruhrverband konzentriert sich mit aller Macht darauf, seinen Aufgaben mit Innovationswillen, Augenmaß und gleichzeitig hoher Motivation auf kostengünstige Weise gerecht zu werden."
Diese Unternehmensstrategie spiegelt sich auch in den für 2007 geplanten Beitragsanpassungen wider. Bei einer voraussichtlichen Inflation von 2,5 % sinkt der Beitrag in der Wassermengenwirtschaft um 0,2 %, während er in der Wassergütewirtschaft (Abwasserreinigung) um moderate 2,7 % steigt. "Die eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen zahlen sich bereits aus, zumal allein 1,2 % der Steigerung durch die Stromkostenerhöhung und 0,6 % durch die Mehrwertsteuerer-höhung verursacht werden. In der Wassermengenwirtschaft (Wasserentnahmen aus der Ruhr) sind die Kostensenkungseffekte aufgrund des geringen Stromkostenanteils bereits voll bemerkbar und der Beitrag kann um 0,2% gesenkt werden," kommentiert Norbert Frece, Vorstand für Finanzen und Personal des Ruhrverbands, die vorgelegten Zahlen.
Das fristgerecht zum 31. Dezember 2005 beendete Ausbauprogramm zur Stickstoff- und Phosphorelimination auf den Ruhrverbandskläranlagen hat zu einer deutlichen Verbesserung der Ruhrwasserqualität geführt (siehe Grafik). Die noch vor wenigen Jahren erforderliche künstliche Belüftung des Baldeneysees muss nun schon im zweiten Jahr in Folge nicht mehr eingesetzt werden. Die Kläranlagen des Ruhrverbands sind, entsprechend des Leistungsvergleichs der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall (DWA), in 4 von 5 Parametern besser als der bundesdeutsche und der nordrhein-westfälische Durchschnitt.
Im Zuge des Ausbauprogramms wurden 1.600 Millionen Euro investiert. Diese Generationenaufgabe führte zu einer Verschuldung in Höhe von 1.005 Millionen Euro, deshalb liegt das Hauptziel des Verbandes in den nächsten Jahren in der Finanzkonsolidierung. Die Neuinvestitionen wurden von 75,2 Mio. Euro in 2005 auf voraussichtlich 53 Millionen Euro in 2006 zurückgeführt. Daher konnte die Neuaufnahme von Darlehen auf 3 Millionen Euro begrenzt werden. In den folgenden Jahren werden die Neuinvestitionen weiter bis auf etwa 30 Millionen Euro im Jahr 2010 abgesenkt. Hierdurch und durch weitere Maßnahmen zur Senkung des Zins-, Material- und Personalaufwands kommt es bereits im Jahr 2007 zu keiner weiteren Nettoneuverschuldung und damit zu einem echten Schuldenabbau.