Klimawandel wirkt sich auf die Wasserwirtschaft aus: für den Ruhrverband keine neue Erkenntnis

Im Fernsehfilm "Hitzewelle" – Dienstag, 19. Februar 2008 um 20.15 Uhr auf Sat1 – wird der Aspekt des Klimawandels von der dramatischen Seite her in Szene gesetzt. Als Kulisse dient unser schöner Fluss, die Ruhr. Die Geschichte ist Fiktion.

Die Realität beim Ruhrverband ist eine ganz andere. Seine acht Talsperren im Sauerland stellen mit einem Gesamtspeichervolumen von rund 465 Millionen Kubikmetern die Wasserversorgung des Ruhrgebiets für fünf Millionen Menschen auch in Trockenzeiten sicher. Unsere überprüfbaren Werte lauten Beständigkeit, Beharrlichkeit in der guten Sache und Vorsorge für nachfolgende Generationen. Als Non-Profit-Unternehmen hat die Versorgungssicherheit für uns oberste Priorität. Trockenheit und Wasserknappheit und die daraus resultierenden dramatischen Folgen werden überdies zu einem günstigen Preis vermieden. Nur etwa 30 Cent muss jeder Bürger in unserer Region für den Betrieb und die Unterhaltung des Talsperrensystems und damit für die Versorgungssicherheit im Monat aufbringen.

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt dies sehr anschaulich: Jahrhundertsommer 2003: Auch am Ende der ausgiebigen Trockenperiode war unser Talsperrensystem noch zu 53 Prozent gefüllt. Wasserknappheit im Ruhrgebiet gibt es seit fast 50 Jahren nicht mehr! Heute haben wir die Biggetalsperre und alle Talsperren arbeiten dank vorsorgender Instandhaltung mit voller Kapazität. Damit haben wir etwa doppelt so viel Wasservorräte wie 1959, bei gleichzeitiger Halbierung der Wasserentnahmen aus der Ruhr.

Wie ist es um die Zukunft bestellt? Der Ruhrverband setzt sich trotz dieser großen Versorgungssicherheit intensiv mit dem Folgen des Klimawandels auseinander. Eine im Dezember letzten Jahres veröffentlichte und vom Ruhrverband in Auftrag gegebene Klimafolgenanalyse für unser Talsperrensystem zeigt: Die Temperaturen im Ruhreinzugsgebiet steigen bis 2100 je nach Jahreszeit um 3-4 Grad Celsius, die Jahresdurchschnittsniederschläge bleiben in etwa gleich, aber die Extreme nehmen zu. Das heißt, es wird häufiger zu stärkeren Niederschlägen und längeren Trockenperioden kommen. Trotz dieser Effekte können wir selbst im ungünstigsten durchgerechneten Klimaszenario auch im Jahr 2100 noch eine hohe Versorgungssicherheit des Talsperrensystems für die Menschen in unserer Region gewährleisten.

Darüber hinaus hat der Ruhrverband in Zusammenarbeit mit verschiedenen nationalen und internationalen Forschungsinstituten einen Forschungsantrag gestellt, um weitere Folgen des Klimawandels für die Wassergüte und -menge sowie mögliche Veränderungen von Pflanzen und Tieren im Wasser zu erforschen. Eine Betrachtungsweise, die in dieser Form erstmalig für ein Flusssystem erfolgt. Wir sind überzeugt: Die Beständigkeit und Vorsorge des Ruhrverbands, als öffentlich-rechtliches Unternehmen der Daseinsvorsorge, zahlt sich letztlich für die Menschen und die Umwelt in unserer Region aus.