Kläranlage Essen-Heisingen wird durch ein neues Regenüberlaufbecken und ein neues Pumpwerk ersetzt

"Das neue Pumpwerk "Obere Aue" im Verbund mit dem Regenüberlaufbecken macht die 1957 im Betrieb gegangene Kläranlage Heisingen überflüssig.

Die neuen Anlagen sind weitere Bausteine für eine moderne Abwasserreinigung im Essener Süden, durch die die Wasserqualität des Baldeneysees und die infrastrukturellen Voraussetzungen für die Weiterentwicklung des Stadtteils Heisingen weiter verbessert werden, " erläutert Dr.-Ing. Peter Evers, Hauptabteilungsleiter des Ruhrverbands, anlässlich der offiziellen Inbetriebnahme des Pumpwerks und Regenüberlaufbeckens Obere Aue am Mittwoch, dem 31. Oktober 2007 in Essen-Heisingen.

Das neu errichtete Pumpwerk fördert das Abwasser von ca. 10.600 Einwohnern aus dem Stadtteil Heisingen zur Kläranlage Essen-Kupferdreh, wo es nach dem neuesten Stand der Technik biologisch und chemisch gereinigt wird. Das in den Abwasserkanälen abgeleitete Regenwasser wird in dem 1.400 m3 großen Regenüberlaufbecken zwischengespeichert und nach Abklingen eines Regenereignisses ebenfalls zur Kläranlage Essen-Kupferdreh gefördert. Bei Starkregenereignissen, für die das Beckenvolumen nicht ausreicht, wird das überschüssige Regenwasser über einen Entlassungskanal in den Baldeneysee abgeleitet. Der Bau der nun fertiggestellten Anlagen wurde im Mai 2006 begonnen und kostete insgesamt 4,5 Mio. €. Im weiteren Verlauf der Baumaßnahmen werden die alten Anlageteile der Kläranlage Essen-Heisingen abgebrochen bzw. verfüllt, wobei die Flächen nördlich der Straße Obere Aue nicht weiter für abwassertechnische Maßnahmen benötigt werden. Die Flächen südlich der Straße Obere Aue werden für möglich spätere abwassertechnische Erweiterungen vorgehalten. Mit der heutigen Fertigstellung des Regenüberlaufbeckens und des Pumpwerks kann nunmehr der Bebauungsplan Duvenkamp/Hemsingskotten umgesetzt werden.

Die Aufgabe der Kläranlage Essen-Heisingen war nur möglich durch die komplette Neuordnung der Abwasserreinigung im Essener Süden. Im Zuge dieser Neuordnung wurden im Bereich von Steele bis Kettwig insgesamt etwa 180 Mio. € innerhalb der letzten zehn Jahre investiert. Von ehemals acht Kläranlagenstandorten verblieben nur noch drei: Essen-Kettwig, Essen-Kupferdreh und Essen-Süd. Die für rund 43 Mio. € modernisierte und erweiterte Kläranlage Essen-Kettwig reinigt die Abwässer aus Kettwig, Werden und Heiligenhaus Nord. In den Ausbau der Kläranlage Essen-Kupferdreh, die Abwässer aus Kupferdreh, Heisingen und Velbert-Langenberg reinigt, wurden 33 Mio. € investiert. Die Kläranlage Essen-Süd an der Wuppertaler Straße reinigt das Abwasser von 135.000 Einwohnern aus den Essener Stadtteilen Steele, Rellinghausen, Überruhr sowie Kantonie. Für die Errichtung dieser in 2005 in Betrieb gegangenen Anlage mussten 34,5 Mio. € investiert werden. Die gesamte Klärschlammbehandlung dieser drei Kläranlagen wurde im St. Annental in Essen-Rellinghausen zentral zusammengefasst. Hier wurde in der Abraumhalde der alten Zeche Langenbrahm für rund 38 Mio. € eine moderne Klärschlammbehandlungsanlage errichtet.

"Die durchgeführten Maßnahmen führen zu einer messbaren Verbesserung der Wasserqualität im Baldeneysee und in der unteren Ruhr, aus der das Trinkwasser für 2 Mio. Menschen gewonnen wird.", betont Dr.-Ing. Peter Evers.

Info zum Ruhrverband
Der Ruhrverband ist ein öffentlich-rechtliches Non-Profit-Wasserwirtschaftsunternehmen und dem Allgemeinwohl verpflichtet. Sowohl beim Betrieb seiner Talsperren, die die Wasserversorgung von 5 Millionen Menschen sicherstellen, als auch bei der Abwasserreinigung für 60 Städte und Gemeinden im Einzugsgebiet von Ruhr und Lenne stehen Mensch und Umwelt im Zentrum seines Handelns, ohne dabei das Gebot der Wirtschaftlichkeit zu vernachlässigen. Beispielsweise erfüllen die Kläranlagen des Ruhrverbands alle zu 100% die neuesten gesetzlichen Vorgaben und haben im Mittel bessere Ablaufwerte als der nordrhein-westfälische und bundesdeutsche Durchschnitt und dabei sind die Abwasserentsorgungskosten im Ruhreinzugsgebiet sogar noch etwas geringer als im NRW-Durchschnitt.