Fördergelder des Landes helfen schadhafte Kanalnetze zu verbessern
Euro zur Finanzierung der vierten Phase eines umfangreichen und auf acht Jahre angelegten Projektes zur Analyse der Fremdwassersituation im Einzugsgebiet der Ruhr.
"Leider sind die Kanäle in den Städten und Gemeinden nicht immer in dem Zustand, wie wir uns das alle wünschen. Das nun geförderte Forschungs- und Entwicklungsprojekt setzt genau an dieser Stelle an und hilft die ärgsten Problemstellen aufzuspüren", erläutert Regierungspräsident Helmut Diegel. Denn erst dann könne das Geld auch effizient in die Sanierung der Kanalnetze und damit auch in den Gewässerschutz investiert werden.
Im Rahmen der vierten Phase dieses Projektes fördert die Bezirksregierung die Analyse der Fremdwassersituation in insgesamt sieben Kläranlageneinzugsgebieten:
- Eslohe
- Eslohe-Bremke
- Eslohe-Wenholthausen
- Menden
- Lennestadt-Grevenbrück
- Herscheid
- Schalksmühle
"Durch die Fördergelder des Landes ist der Ruhrverband gemeinsam mit den Kommunen in der Lage, die Fremdwasserprobleme, die durch undichte Kanäle und Fehlanschlüsse verursacht werden, zu analysieren und Maßnahmenpläne aufzustellen. Danach müssen gemeinsam mit den Kommunen Mittel und Wege zur konkreten Umsetzung der Maßnahmen gefunden werden," erläutert Professor Harro Bode das geplante Vorgehen.
Zum Hintergrund
Fremdwasser ist eigentlich unverschmutztes Oberflächen- oder Grundwasser, das über Undichtigkeiten, angeschlossene Haus- und Grundstücksdrainagen oder Bachläufe in die Kanalisation eindringt und die Abwasserbehandlung zum Teil erheblich beeinträchtigt. Wie viele andere Mittelgebirgslandschaften in Deutschland, ist gerade das Sauerland mit seinen hohen Niederschlägen besonders von Fremdwasser betroffen. Flossen den Kläranlagen im Bundesdurchschnitt im Jahr 2004 täglich nur etwa 64 Liter Fremdwasser bezogen auf einen angeschlossenen Einwohner zu, so liegt dieser Wert im Einzugsgebiet der Ruhr bei immerhin 214 Liter pro Tag. Auf den Kläranlagen wird vor allem der Prozess der Stickstoffentfernung
durch den hohen Fremdwasseranfall beeinträchtigt, so dass diese Anlagen meist nicht den Wirkungsgrad erreichen, der ohne erhöhten Fremdwasserzufluss möglich wäre.