Fischzählung mit Unterwasserkamera und Fangreusen

NRW-Umweltminister Uhlenberg besucht Fischaufstiegsanlage am Hengsteysee

Wie viele Fische benutzen den Fischweg am Hengsteysee für ihren Auf- oder Abstieg? Welche Arten sind dabei besonders häufig vertreten? Diese Fragen wollen der Ruhrverband und der ortsansässige Angelverein in den kommenden Monaten mit einer umfangreichen Funktionsprüfung klären, bei der auch eine Unterwasserkamera und Fangreusen zum Einsatz kommen.

Am 15. April informierte sich der nordrhein-westfälische Umweltminister Eckhard Uhlenberg am Hengsteysee über die bisherigen Erfahrungen aus dem Betrieb der im Juni 2008 eröffneten Fischaufstiegsanlage und über die geplante Funktionsprüfung. Der Besuch machte deutlich, wie wichtig der Bau von Fischwegen für die ökologische Vielfalt der Ruhr und ihrer Seen ist. „Das Erbgut der Fische wird dadurch breiter ausgetauscht, so dass sich langfristig gesündere und robustere Tiere entwickeln können“, erklärte Prof. Harro Bode, der Vorstandsvorsitzende des Ruhrverbands. „Das trägt zum Erhalt des standorttypischen Fischbestands und zum Ausbau der Artenvielfalt in den Seen bei.“

Die Fischaufstiegsanlage, durch die das im Jahr 1929 errichtete Wehr des Hengsteysees nach fast sieben Jahrzehnten für Fische passierbar wurde, überwindet einen Höhenunterschied von fünf Metern. Aus Platzgründen musste eine technisch besonders anspruchsvolle Bauform gewählt werden, der so genannte „Vertical-Slot-Pass“ oder Schlitzpass. Die Fische durchschwimmen insgesamt 39 durch Schlitzwände verbundene Becken, die pro Sekunde von
 
570 Litern Wasser durchströmt werden. Die niedrigen Strömungsgeschwindigkeiten und großen Wassertiefen in den Becken ermöglichen einem breiten Spektrum von Fischen jeder Art und jeden Alters die Passage. Der Bau der Fischaufstiegsanlage kostete rund 1,1 Millionen Euro, 60 Prozent der förderfähigen Kosten trug damals das Land NRW.

„Es ist sehr beeindruckend zu sehen, dass sich die Investitionen, die wir gemeinsam in den letzten Jahren an dieser Wehranlage getätigt haben, gelohnt haben und nach fast sieben Jahrzehnten die Fische dieses Hindernis wieder überwinden können“, sagte Minister Eckhard Uhlenberg. Vor dem Besuch am Hengsteysee hatte sich der Umweltminister auf der Baustelle des neuen Wasserkraftwerks am Kemnader See über die dort unternommenen Anstrengungen zur Lösung des Zielkonflikts zwischen umweltfreundlicher Energieerzeugung und Durchgängigkeit des Gewässers informiert.

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