Erster Spatenstich zur Erweiterung der Kläranlage Wenden: Fische und Kleinstlebewesen werden es bald noch besser haben

Für den Schutz unserer Gewässer ist es wichtig, die ökologischen Folgen der Einleitung von Niederschlagswasser und gereinigtem Abwasser so gering wie möglich zu halten.

Um dieses Ziel zu erreichen, muss das System der Siedlungsentwässerung bestehend aus Mischwasserkanalisation, Regenwasserbehandlung und Abwasserreinigung einer intensiven ganzheitlichen Analyse und Optimierung unterzogen werden. "Mit dem Instrument der "Integralen Entwässerungsplanung" wird der Ruhrverband diesen Anforderungen gerecht und kann die Siedlungsentwässerung sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus ökologischer Sicht optimieren," erläutert Professor Harro Bode, Vorstandsvorsitzender des Ruhrverbands, im Beisein von Peter Brüser, Bürgermeister der Stadt Wenden, anlässlich des ersten Spatenstichs zur Erweiterung der Kläranlage Wenden.

Bei der Planung zur Erweiterung der Kläranlage Wenden war eine solche umfassende Betrachtung von entscheidender Bedeutung, denn über die Kanalisation der Gemeinde Wenden wird der Kläranlage außergewöhnlich viel Fremdwasser zugeführt. Dieses Fremdwasser beeinträchtigt die Reinigungsleistung der Kläranlage und die Wirksamkeit der Regenwasserbehandlung. (Bei Fremdwasser handelt es sich um unverschmutztes Hang-, Quell-, Grundwasser oder um Wasser aus Hausdrainagen, welches nicht der Kanalisation zugeführt werden sollte.) Daher mussten zunächst die Ursachen des Fremdwasseranfalls und der erforderliche Sanierungsaufwand ermittelt werden. Hierbei zeigte sich, dass der Fremdwasseranteil zu vernünftigen Kosten kurz- bis mittelfristig um 41 Prozent durch die Gemeinde Wenden reduziert werden kann. Im nächsten Schritt galt es, das erforderliche Speichervolumen der Regenwasserbehandlung und die hydraulische Leistungsfähigkeit der Kläranlage aufeinander abzustimmen und zu optimieren. Die Variantenuntersuchung ergab, dass es deutlich wirtschaftlicher ist, eine höhere Wassermenge als bisher auf der Kläranlage Wenden zu behandeln. Darüber hinaus werden die Reinigungsleistung der erweiterten Kläranlage höher und somit die Auswirkungen auf das Gewässer insgesamt positiver sein.

Zur Behandlung der größeren Wassermenge wird die Kläranlage Wenden durch folgende Maßnahmen erweitert:
- Neubau vom Zulaufpumpwerk, Rechen und Sandfang,
- Abriss der alten Belebungs- und Nachklärbecken,
- Errichtung zwei neuer Becken für die biologische Reinigungsstufe mit integrierten Nachklärbecken und einem Gesamtvolumen von 9.500 m3.

Die Kläranlage wird für die Reinigung der Abwässer von 23.200 Einwohnern dimensioniert. Die veranschlagten Kosten für die Erweiterungsarbeiten betragen 8,0 Millionen Euro. Durch die Vergabe der Bauaufträge an überwiegend regionale Unternehmen wird die Wirtschaft vor Ort gestärkt. Der Ruhrverband übernimmt zusätzlich im Auftrag der Gemeinde Wenden die Bauleitung für die Erstellung des Anschlusskanals "Auf dem Ohl", womit zusätzliche Synergien erwirtschaftet werden.

"Die Gemeinde Wenden ist die erste Kommune im Verbandsgebiet, die das Angebot des Ruhrverbands zur "Integralen Entwässerungsplanung" vollumfänglich wahrgenommen hat. Durch die hervorragende Zusammenarbeit wird die Rechts- und Betriebssicherheit des Entwässerungssystems für die nächsten Jahrzehnte zukunftsweisend gewährleistet," erläutert Professor Harro Bode.

Info zum Ruhrverband
Der Ruhrverband ist ein öffentlich-rechtliches Non-Profit-Wasserwirtschaftsunternehmen und dem Allgemeinwohl verpflichtet. Sowohl beim Betrieb seiner Talsperren, die die Wasserversorgung von 5 Millionen Menschen sicherstellen, als auch bei der Abwasserreinigung für 60 Städte und Gemeinden im Einzugsgebiet von Ruhr und Lenne stehen Mensch und Umwelt im Zentrum seines Handelns, ohne dabei das Gebot der Wirtschaftlichkeit zu vernachlässigen. Beispielsweise erfüllen die Kläranlagen des Ruhrverbands alle zu 100% die neuesten gesetzlichen Vorgaben und haben im Mittel bessere Ablaufwerte als der nordrhein-westfälische und bundesdeutsche Durchschnitt und dabei sind die Abwasserentsorgungskosten im Ruhreinzugsgebiet sogar noch etwas geringer als im NRW-Durchschnitt.