Elodea-Phänomen stellt Wissenschaftler weiter vor Rätsel
Eine Bestandsaufnahme zum Vorkommen der Wasserpflanze Elodea im Baldeneysee brachte in der letzten Woche für die Wassersportler erfreuliche Erkenntnisse zu Tage. An zehn Stellen im Baldeneysee wurden jeweils zwei Wasserpflanzenproben genommen und Art, Häufigkeit und Länge bestimmt. Nur an zwei der zehn Probenahmestellen konnte Elodea nuttallii überhaupt nachgewiesen werden, obwohl alle diese Stellen im August letzten Jahres große, bis zur Wasseroberfläche reichende Elodeabestände aufwiesen. Dort, wo Elodea nachgewiesen werden konnte, handelt es sich zudem um kleine, einzelne Pflanzen von höchsten 20 Zentimetern Länge.
Fazit: Es sind zur Zeit noch keine Anzeichen für eine im Baldeneysee einsetzende Massenentwicklung von Elodea nuttallii zu erkennen. Auch vom Hengstey- und Harkortsee sowie vom Kemnader Stausee ist bislang nur ein sehr geringes Elodeawachstum zu vermelden. Nach allen Erfahrungen der letzten Jahre können die Wassersportler hoffen, keine großen Beeinträchtigungen des Wassersports in den ersten Sommermonaten hinnehmen zu müssen.
Auf Grundlage der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Elodea-Phänomens in den letzten Jahren ist der Ruhrverband derzeit mit Hochdruck dabei, eine Analyse der Gründe für das geringe Wachstum in diesem Jahr vorzunehmen. „Bisher haben wir kein eindeutiges Erklärungsmuster gefunden“, sagt Dr. Petra Podraza, Biologin des Ruhrverbands, und fügt hinzu: „Wenn wir Gründe feststellen, ist auch zu prüfen, ob man diese Erkenntnisse nutzen kann, um für zukünftige Jahre besser gewappnet zu sein.“