„Da bin ich jetzt aber beruhigt": Bürgertelefon zu Qualität des Trinkwassers erfolgreich
„Dies zeigt deutlich, dass die Bürgerinnen und Bürger einen hohen Informationsbedarf zu Fragen rund um ihr Trinkwasser haben. Wir konnten sie alle beruhigen", berichtete Professor Dr. Ulrich Ewers, Hygiene-Institut des Ruhrgebiets.
Etwa 30 Prozent hatten allgemeine Fragen zum Thema Trinkwasser, zu ihrer speziellen Versorgungssituation bzw. zu Problemen mit der Hausinstallation. 70 Prozent der Anrufer fragten zur aktuellen PFT-Situation und deren Auswirkung auf die Trinkwasserqualität.
Ein Beispiel: „Dürfen Säuglinge bzw. ältere Menschen, die viel Wasser trinken müssen, bedenkenlos weiter Trinkwasser zu sich nehmen?" Professor Dr. Lothar Dunemann, Hygiene Institut des Ruhrgebiets, sagte diesen besorgten Anrufern: „Nach heutigem Kenntnisstand ist ein PFT-Gehalt von 300 Milliardstel Gramm pro Liter im Trinkwasser lebenslang duldbar. Hierbei ist ein Verzehr von zwei Litern pro Person und Tag zugrunde gelegt. Die Werte in den Ruhrwasserwerken liegen zurzeit um bzw. unter 100 Milliardstel Gramm pro Liter. Damit ist eine weitere Sicherheit für den besonders empfindlichen Organismus von Säuglingen und älteren Menschen gegeben."
Viele Anrufer fragten nach den Ursachen: „Warum müssen die Verbraucher für die Verunreinigung des Ruhrwassers durch kriminelle Machenschaften zahlen? Warum werden nicht die Verursacher herangezogen?" Hierzu erklärte Professor Harro Bode, Vorstandsvorsitzender des Ruhrverbands: „Die aktuelle PFT-Verschmutzung auf der Fläche in Brilon-Scharfenberg wird an der Ursache bekämpft. Die Verursacher dafür haftbar zu machen gestaltet sich äußerst schwierig. Ansonsten wird die PFT-Belastung nur zum geringeren Teil durch industrielle Einleiter verursacht. Hierzu ist die Landesregierung mit den betreffenden Industriebetrieben im Gespräch. Insgesamt geben die tatsächlichen Werte in der Ruhr und im Trinkwasser keinen Anlass zur Besorgnis des Konsumenten."
Paul Kröfges vom BUND gab die Auffassung des Umweltschutzverbandes zur aktuellen PFT-Diskussion wieder: „Ich geh davon aus, dass die Wasserwirtschaft alles tut, um die gegenwärtige Belastung zu minimieren. Die jetzt erreichten PFT-Gehalte von unter 100 Milliardstel Gramm pro Liter sind sicherlich zeitweise duldbar und geben keinen Anlass zu gesundheitlichen Bedenken. Aber der BUND ist der Auffassung, dass die Werte mittelfristig weiter reduziert und die Problemstoffe aus dem Verkehr gezogen werden müssen."
Dr. Rainer Kundt, Amtsarzt der Stadt Essen, meinte zur Telefonaktion: „Die Anrufer waren alle sehr höflich und ließen keinerlei Polemik erkennen. Das ist eine positive Aktion, die zur Aufklärung der Bürger beigetragen hat und wiederholt werden sollte."
Und Hansjörg Sander, Vorsitzender der AWWR, freute sich über die intensiven und interessanten Anrufe. „Ich hatte Gelegenheit bei unseren Kunden das Vertrauen in das Lebensmittel mit den besten Kontrollen wieder herzustellen."