Beitragsentwicklung 2009 deutlich unter der Inflationsrate

40 Prozent der auf den Kläranlagen benötigten elektrischen Energie wird kostengünstig aus selbst geschaffenen Quellen bezogen.

"Die Ruhrverbandsfinanzen befinden sich weiterhin auf einem sehr soliden Kurs, dies bestätigt sich durch die deutlich unterhalb der Inflationsrate liegende Beitragsanpassung für das Jahr 2009. Damit leisten wir einen Beitrag, die Preissteigerungen bei der "zweiten Miete", zumindest was die Abwassergebühren betrifft, auf ein für die Bürgerinnen und Bürger des Ruhreinzugsgebiets vernünftiges Maß zu begrenzen. Und dies bei gleichzeitig hohen Reinigungsleistungen unserer Kläranlagen und großer Trinkwasserversorgungssicherheit durch unser Talsperrensystem," stellt Professor Harro Bode, Vorstandsvorsitzender des Ruhrverbands, zu Beginn seines Jahresberichts fest.

Der Ruhrverband erhebt für die Wasserentnahmen aus der Ruhr und die Reinigung des Abwassers von seinen Mitgliedern Beiträge. Die Beitragsentwicklung in der Wassergütewirtschaft (Abwasserreinigung) konnte gegenüber dem ursprüngliche Planungsansatz um 0,3 Prozent auf nunmehr 1,4 Prozent nach unten korrigiert werden.

"Die erfreulich geringe Beitragsanpassung ist nur möglich, da wir die Strategie der langfristig angelegten Personalanpassung, der Verringerung der Betriebskosten und der nachhaltigen Finanzkonsolidierung konsequent verfolgen. Beispielsweise sanken die Schulden des Ruhrverbands zum 31. Dezember 2007 um 40 Millionen Euro," kommentiert Norbert Frece, Vorstand für Finanzen und Personal des Ruhrverbands, die vorgelegten Zahlen.

Die Betriebsausgaben konnten trotz enormer Steigerungsraten bei den Energiekosten verringert werden. Erreicht wurde dieses Ziel unter anderem dadurch, dass der Ruhrverband durch den Einsatz innovativer Maßnahmen in der Lage ist, rund 40 Prozent der auf den Kläranlagen benötigten elektrischen Energie aus selbst geschaffenen Quellen zu beziehen. Dies ist zum einen auf die gesteigerte Biogasverstromung und zum anderen auf die Nutzung der Wasserkraft zurückzuführen. Insbesondere durch die Mitvergärung von organischen Abfällen wie zum Beispiel Speiseresten und Fettabscheiderrückständen in den Faulbehältern einiger Kläranlagen wurde die Biogasproduktion deutlich gesteigert. Neben der höheren Eigenerzeugung ist auch die Energieeinsparung ein wesentlicher Faktor. Der Energiebedarf wurde durch detaillierte Energieanalysen auf Kläranlagen und ein gezieltes innerbetriebliches Vorschlagswesen zur Energieeinsparung erheblich gesenkt. Insgesamt spart der Ruhrverband auf diese Weise etwas über eine Million Euro Energiekosten pro Jahr dauerhaft ein.

Die Beitragsanpassung der Wassermengenwirtschaft (Talsperren) beträgt 0,5 Prozent für das Jahr 2009 und dies bei einer für 2008 prognostizierten Inflationsrate von immerhin 2,5 Prozent. Die Sonderfinanzierung zum Bau der Biggetalsperre wird voraussichtlich im nächsten Jahr abgeschlossen sein. Mit dem Abschluss der Biggefinanzierung sind insgesamt Baukosten und Darlehenszinsen von rund 465 Millionen Euro durch die Ruhrverbandsmitglieder aufgebracht worden. Ab dem Jahr 2010 kann somit der Biggebeitrag in Höhe von 1,79 Eurocent pro Kubikmeter entfallen und der Wasserentnahmepreis von derzeit 10 Eurocent pro Kubikmeter wird sich damit um nahezu 20 Prozent reduzieren.

Durch die beständig mit Nachdruck verfolgte Linie, niedrige Investitions- und Betriebskosten zu realisieren, befinden sich die Abwassergebühren der Ruhrverbandskommunen trotz von der Natur her schwieriger und kostenträchtiger Verhältnisse im Sauerland weiterhin unter dem nordrhein-westfälischen Durchschnitt.

"Angesichts der schwierigen Lage auf den Weltfinanzmärkten, den damit verbundenen und mittlerweile erfolgreich gelösten Problemen bei der US-Sonderfinanzierung - immerhin verbleibt dem Ruhrverband ein Gewinn aus den US-Geschäften von knapp 30 Millionen Euro - sind die heute vorgelegten Zahlen eine Bestätigung der guten Arbeit des Ruhrverbands, der dem Gemeinwohl verpflichtet ist," schließt Dr. Bernhard Görgens, Vorsitzender des Verbandsrats, die 22. Verbandsversammlung.


Hintergrund
In der Verbandsversammlung, dem "Wasserparlament der Ruhr", vertreten 150 Delegierte der Städte und Gemeinden, der Wasserwerke und der gewerblichen Unternehmen die Interessen der über 540 Mitglieder des Ruhrverbands. Sie nehmen auf der jährlich stattfindenden Verbandsversammlung den Jahresabschluss ab, beraten aktuelle Fragen zur Entwicklung der Ruhrwasserwirtschaft sowie den Wirtschaftsplan des Unternehmens für das nächste Jahr. Der Ruhrverband verantwortet mit seinen Talsperren im Sauerland, seinen Seen an der Ruhr und den über 70 Kläranlagen von Winterberg bis Duisburg die Wasserwirtschaft im gesamten Ruhreinzugsgebiet.