Elodea: Ein grüner Teppich auf den Ruhrstauseen

Elodea nuttallii, auch als „Schmalblättrige Wasserpest“ bekannt, ist eine ursprünglich aus Nordamerika stammende Wasserpflanze, die sich auch im Ruhreinzugsgebiet stark verbreitet hat. In den Ruhrstauseen, wie z. B. dem Baldeneysee oder dem Kemnader See, führt das massenhafte Auftreten von Elodea nuttallii, gemeinsam mit anderen Wasserpflanzen in manchen Sommern zu Einschränkungen im Bereich der Freizeit- und Sportnutzung. 

Das Massenvorkommen von Wasserpflanzen ist ein indirektes Zeichen für die hohe Wasserqualität in den Ruhrstauseen. Durch den kontinuierlichen Ausbau der Abwasserreinigung in der Region ist das Wasser deutlich klarer geworden – ideale Bedingungen für das Pflanzenwachstum. In bestimmten Bereichen der Stauseen sind die Bedingungen für Elodea nuttallii so perfekt, dass die Wasserpest zusammen mit auftreibenden Algen dichte Teppiche bildet, die sowohl den Badebetrieb als auch den Wassersport beeinträchtigen können. Im Herbst nimmt die Brüchigkeit dieser Wasserpflanze zu, sodass Fragmente die Ruhr hinab gelangen und auch in die Anlagen geraten. 

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Maßnahmen zur Eindämmung – Mähboote im Einsatz

Um dem Pflanzenwachstum entgegenzuwirken, setzt der Ruhrverband seit vielen Jahren gezielt Mähboote ein. Diese schneiden Wasserpflanzen unterhalb der Wasseroberfläche ab und transportieren das Schnittgut zur Entsorgung an Land. Der Einsatz erfolgt bedarfsgerecht und in enger Abstimmung mit den örtlichen Wassersportvereinen und sonstigen AkteurInnen vor Ort. Hinweise auf besonders stark verkrautete Bereiche fließen direkt in die Einsatzplanung ein. Am Baldeneysee in Essen besteht eine enge Kooperation zwischen Stadt Essen, Ruhrverband, Weißer Flotte und IG Baldeney, in der die Arbeitsteilung festgelegt ist: Der Ruhrverband beschafft die Boote und stellt sie funktionstüchtig bereit. Die Stadt Essen sorgt über die Weiße Flotte dafür, dass die Boote mit Personal besetzt und betrieben werden können. Die IG Baldeney als Interessenvertretung der am See ansässigen Vereine legt in Abstimmung mit der Weißen Flotte fest, welche Bereiche des Sees wann gemäht werden müssen. 

Ein weiteres Mähboot verstärkt seit Sommer 2025 die Flotte des Ruhrverbands. Es wurde auf den Namen „Kaiman“ getauft. Am Baldeneysee sind außerdem ein weiteres Mähboot mit dem Namen „Nimmersatt“ sowie ein zusätzliches Leihboot im Einsatz, auf dem Kemnader See fährt das Mähboot „Manati“. Bei Bedarf kann die Effizienz durch zusätzliches geliehenes Equipment, wie etwa eine Ladeschute zur Beschleunigung der Entladevorgänge, gesteigert werden. Beim Mähen handelt sich um eine kurzzeitige Reduzierung der Wasserpflanzen, die aber je nach Witterung mal mehr oder weniger schnell durch Nachwachsen wieder ausgeglichen wird. 

 

Unbedenklich, aber invasiv und eine praktische Herausforderung

Die Schmalblättrigen Wasserpest (Elodea nuttallii) wird seit dem 02.08.2017 von der Verordnung (EU) 1143/2014 als prioritäre invasive Art unionsweiter Bedeutung erfasst. Sie darf in der EU nicht eingeführt, gehandelt, gehalten oder transportiert werden (Art. 7). Es ist somit nicht erlaubt Elodea nuttallii z.B. für den Gartenteich oder das Aquarium mitzunehmen. Jeglicher Besitz oder Handel von invasiven Arten trägt einen Teil zu deren Verbreitung bei. 

In den Ruhrstauseen dient unter anderem auch Elodea nuttallii vielen Vögeln, Fischen und Kleinstlebewesen auch als Nahrung. Elodea nuttallii ist nicht giftig und verändert das Wasser nicht negativ. Die eigentliche Problematik liegt in ihrer massenhaften Ausbreitung und den damit verbundenen Einschränkungen für Wassersportlerinnen und Wassersportler sowie in der aufwendigen technischen Gewässerunterhaltung.

Der Ruhrverband steht hier in enger Abstimmung mit Kommunen, Vereinen und weiteren Beteiligten, um die Nutzung der Seen auch bei starkem Pflanzenwachstum möglichst störungsfrei zu gestalten.