Wälder im Wandel: Der Borkenkäfer als Herausforderung

Die Wälder im Ruhreinzugsgebiet leiden seit einigen Jahren unter einer besonderen Belastung: Der Fichtenborkenkäfer oder auch Buchdrucker (Ips typographus) hat sich, begünstigt durch Trockenheit, Hitze und Stürme, massiv ausgebreitet und große Schäden angerichtet. Dabei handelt es sich nicht im herkömmlichen Sinne um eine invasive Art, sondern primär um einen einheimischen Schädling, der in europäischen Wäldern seit jeher vorkommt.

Besonders betroffen sind die Fichtenbestände des Ruhrverbands, die aufgrund ihrer Anfälligkeit für Dürre und Schädlinge ideale Bedingungen für den Käfer bieten. Ganze Waldflächen sind betroffen – mit gravierenden Folgen für die Landschaft, die Biodiversität und die wasserwirtschaftlichen Funktionen der Wälder.

Die Folgen des Befalls sind vielschichtig. Zum einen verlieren zahlreiche Tiere ihren Lebensraum, zum anderen wird die Schutzfunktion der Wälder stark eingeschränkt. Ohne stabilen Baumbestand steigt das Risiko von Bodenerosion und das natürliche Rückhaltevermögen für Wasser nimmt deutlich ab.

Um gegenzusteuern, setzt der Ruhrverband auf einen langfristig angelegten Waldumbau. Er reagiert mit einem Mix aus Wiederbewaldung, aktivem Management und Vorsorge, um die Wälder resilienter zu machen.

  • Wiederbewaldung und Mischung der Baumarten
    Statt großflächiger Fichtenreinbestände setzt der Ruhrverband auf Mischwälder. So wurden z. B. an der Biggetalsperre etwa 16.000 Weißtannen gepflanzt – flankiert von weiteren Pflanzungen mit standortgerechten Laubhölzern. Ziel ist ein stabilerer Wald, der besser mit Hitze, Trockenheit und Schädlingen umgehen kann.
     
  • Naturverjüngung und aktive Pflanzung
    Auf Kahlflächen verwendet der Ruhrverband sowohl passive Wiederbewaldung (also Naturverjüngung) als auch eine gezielte Pflanzung. Etwa die Hälfte der betroffenen Flächen soll durch Naturverjüngung bewaldet werden, die andere durch Pflanzungen und Saat. 
     
  • Aufarbeitung befallener Bestände
    Befallene Fichten werden zügig gefällt, das geschlagene Holz wird abtransportiert, um weitere Befälle zu verhindern. Das bietet auch Raum für neue Baumarten und eine strukturiertere Waldbewirtschaftung.

Mit diesem Maßnahmenpaket verfolgt der Ruhrverband klare Ziele: Die Wälder im Ruhreinzugsgebiet sollen wieder zu klimastabilen, artenreichen Ökosystemen heranwachsen. Nur so können sie ihre wichtigen Funktionen für den Wasserhaushalt, den Bodenschutz und die biologische Vielfalt auch in Zukunft erfüllen.