Der Schutz des Menschen vor dem Wasser

Hochwasser ist ein Naturereignis, das nicht verhindert werden kann. Der Klimawandel, die Zunahme der Siedlungsfläche, die Bebauung von Flussauen und die Verringerung des Wasserrückhaltevermögens des Bodens durch intensive Landnutzung erhöhen die Häufigkeit und Intensität von Hochwasserereignissen.

Die Europäische Union hat 2007 eine Hochwasserrisikomanagementrichtlinie verabschiedet. Sie dient der Bewertung und dem Management von Hochwasserrisiken. Ziel der Richtlinie ist es, hochwasserbedingte nachteilige Folgen auf die menschliche Gesundheit, die Umwelt, das Kulturerbe und wirtschaftliche Tätigkeiten zu bewerten und darauf aufbauend Maßnahmen zur Risikominimierung zu ergreifen. Für die Umsetzung der Richtlinie sind in Nordrhein-Westfalen die Bezirksregierungen zuständig. Der aktuelle Hochwasserrisikomanagementplan für den Rhein, der auch das Einzugsgebiet der Ruhr umfasst, wurde im Dezember 2021 veröffentlicht. Die Hochwassergefahren- und Hochwasserrisikokarten für das Einzugsgebiet der Ruhr wurden zuletzt im Dezember 2019 aktualisiert. Die Hochwassergefahrenkarten (HWGK) stellen dar, welche Gebiete bei Hochwasser überflutet werden und welche Wassertiefen und Fließgeschwindigkeiten zu erwarten sind. Die Hochwasserrisikokarten zeigen an, wo das Risiko z.B. für die menschliche Gesundheit oder für wirtschaftliche Werte besonders hoch ist.

Hochwassergefahren- und Hochwasserisikokarten

Hochwasserrisikomanagementpläne

Die Karten liegen für drei abgestufte Häufigkeitsszenarien vor und sollen bis Ende 2025 überarbeitet werden:

  • HQhäufig: Hochwasser, das im Mittel alle 10 bis 20 Jahre auftritt, also relativ häufig.
  • HQ100: Hochwasser, das im Mittel alle 100 Jahre auftritt.
  • HQextrem: Extremhochwasser, das im Mittel deutlich seltener als alle 100 Jahre auftritt.