Mit dem „Bigge Lab“ Wasser erleben, verstehen und Zukunft gestalten

Neues MINT-Projekt für Schülerinnen und Schüler verbindet Wissenschaft, Umweltbildung und

Berufsorientierung

Wie gelangt ein Schmerzmittel ins Wasser? Was verraten Köcherfliegen über die Qualität eines Baches? Und wie untersuchen Fachleute eigentlich Seen und Flüsse? Antworten auf diese und viele weitere Fragen liefert das neue Bildungsprojekt „Bigge Lab“. Das praxisorientierte MINT Angebot richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe I (Klassen 7 bis 10) und verbindet naturwissenschaftliches Lernen mit authentischen Einblicken in Berufe rund um Wasserwirtschaft, Umwelttechnik und Gewässerökologie. 

Im Mittelpunkt stehen drei modular aufgebaute, jeweils sechsstündige Projekte, die als vertiefte Berufs- und Studienorientierung im MINT-Bereich (zdi-BSO-MINT) konzipiert wurden. Die Jugendlichen arbeiten dabei wie echte Umweltforscherinnen und Umweltforscher: Sie entnehmen Proben, führen Laboranalysen durch, werten Daten aus und lernen moderne Methoden des Gewässermonitorings kennen. Hauptstandort des Projekts ist der außerschulische Lernort Bigge Elements, einzelne Module können jedoch auch direkt an Schulen durchgeführt werden. Die Personalkosten der Projekttage werden durch die zdi-BSO-MINT-Förderung getragen. Dadurch entstehen den teilnehmenden Schulen für die Durchführung der Angebote keine Kosten; lediglich gegebenenfalls anfallende Anreisekosten sind selbst zu übernehmen. 

Ein wichtiger Kooperationspartner des Projekts ist der Ruhrverband. Er unterstützt das „Bigge Lab“ maßgeblich durch die Bereitstellung von Unterrichtsmaterialien und die Finanzierung der Materialboxen für die verschiedenen Lernstationen. Darüber hinaus bringt der Ruhrverband seine fachliche Expertise aus der Wasserwirtschaft in die Entwicklung der Projektinhalte ein.

Drei Module – drei Perspektiven auf das Thema Wasser 
Das Modul „Spurenstoffe im Wasser“ beschäftigt sich mit der Frage, wie Rückstände aus dem Alltag – etwa Medikamentenwirkstoffe wie Diclofenac – in den Wasserkreislauf gelangen und welche Technologien moderne Kläranlagen zur Reinigung einsetzen. An verschiedenen Experimentierstationen untersuchen die Schülerinnen und Schüler unter anderem die Wirkung von Aktivkohle, arbeiten mit dem Modell einer Minikläranlage und analysieren wissenschaftliche Ergebnisse. Gleichzeitig erhalten sie Einblicke in Berufsfelder wie Umwelt- und Verfahrenstechnik, Chemielabor oder Abwassertechnik. 

Im Modul „Köcherfliegen lügen nicht“ wird das Gewässer selbst zum Klassenzimmer. Bei einer biologischen Untersuchung eines Fließgewässers sammeln die Teilnehmenden wirbellose Wassertiere und bestimmen diese als sogenannte Bioindikatoren. Besonders Köcherfliegenlarven geben Aufschluss über die Gewässerqualität und ermöglichen eine wissenschaftlich fundierte Bewertung des untersuchten Baches oder Flusses. Die Unterlagen wurden vom Ruhrverband gemeinsam mit der Universität Duisburg-Essen entwickelt und vermittelt anschaulich die Arbeit in Gewässerökologie, Umweltmonitoring und Freilandforschung. 

Mit dem Modul „Die Bigge aus der Perspektive des Wassers – Gewässeruntersuchung per Kanu“ erleben die Jugendlichen Forschung direkt auf dem Wasser. Während einer geführten Kanutour auf der Bigge entnehmen sie Wasserproben, messen Parameter wie pH-Wert, Temperatur und Trübung und beobachten die Tier- und Pflanzenwelt entlang des Ufers. So erhalten sie praxisnahe Einblicke in die Aufgaben der Wasserwirtschaft und das ökologische Gewässermonitoring unter realen Bedingungen. 

Interessierte Schulen erhalten bei Bigge Elements Informationen zu den Inhalten, Terminen und Buchungsmöglichkeiten. Das Team berät Lehrkräfte bei der Auswahl des passenden Moduls und unterstützt sie bei der Planung und Durchführung der Projekttage. 

MINT-Kompetenzen stärken und Perspektiven eröffnen 
Das „Bigge Lab“ verbindet experimentelles Lernen mit aktueller Umweltbildung und einer praxisnahen Berufsorientierung. Die Schülerinnen und Schüler erleben naturwissenschaftliche Arbeitsweisen unmittelbar und entdecken gleichzeitig die vielfältigen Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten im Bereich Wasser, Umwelt und Technik. Damit leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Förderung von MINT-Kompetenzen und zur Sensibilisierung für den nachhaltigen Umgang mit der wertvollen Ressource Wasser.